Ausgabe April 1992

Probleme postsozialistischer Demokratien

Eine Osteuropa-Übersicht

Wahlen zum Sejm im Oktober 1991, Präsidentschaftswahlen in Bulgarien vor wenigen Wochen, Vorwahlkampf in der CSFR für das Bundesparlament. Diese Schlagzeilen zeigen, daß der Alltag der Demokratie in Osteuropa eingekehrt ist. Dieser Alltag sieht jedoch anders aus als gedacht. Desillusionierung, Unsicherheit und eine Vorahnung von Unheil sind allenthalben zu spüren. Wie weggeblasen scheint die euphorische Aufbruchstimmung des Herbstes 1989. Ungeduld mit dem Tempo der Veränderungen und den Veränderern macht sich breit. Genauer wird nachgefragt, wer denn nun die Gewinner und wer die Verlierer der Revolutionen sind. Die Unfreiheit und Demütigung des Realsozialismus beginnt für manche zu verblassen vor den Problemen der neuen Zeit.

Das einzig sichere im Transformationsprozeß des Ostens bleibt vorerst die Unsicherheit Spezifik, Einmaligkeit und Unvorhersehbarkeit der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Umbrüche im Osten Europas entziehen sich jeglichem Schwarz-WeißSchema.

April 1992

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Indonesien: Die Wut der Gen Z und ihr Kampf gegen die Eliten

von Markus Berg

Seit zwei Jahren ist Indonesiens Präsident Prabowo Subianto nun im Amt – der konservative Ex-General folgte im Oktober 2024 auf den beliebten einstigen Reformer Joko Widodo, kurz: Jokowi, der das Land zehn Jahre lang regiert hatte.

Führungsfetisch statt Bürgernähe

von Markus Linden

Der rasende Autoritäts- und Machtverlust, den die Union und der Bundeskanzler binnen nicht einmal zwei Jahren an der Regierung erlitten haben, erklärt sich nicht zuletzt durch Friedrich Merz’ Führungsstil. Merz setzt ganz auf cäsaristische Anweisung von oben.