Ausgabe November 1992

Die Schlanken und die Armen - Autohersteller und Zulieferer im Umbruch

1. Rahmenbedingungen

Die Automobilindustrie befindet sich weltweit in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozeß, von dem alle Bereiche der Produktion, der inner- und überbetrieblichen Logistik und der Distribution erfaßt werden. Wichtige ökonomische Parameter der Automobilproduktion haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Zu nennen ist hier - aus der Sicht der europäischen Automobilhersteller - die zunehmende Weltmarktkonkurrenz, die sich mit dem Vordringen japanischer Konzerne und dem Aufstieg von Herstellern aus sogenannten Schwellenländern (z.B. Südkorea) erheblich verschärft hat.

Insbesondere das international erfolgreiche japanische Modell der Modernisierung des Produktionsapparats hat die Konzerne in den USA und Europa unter gehörigen Druck gesetzt. Von großer Bedeutung war auch der seit dem ersten Ölpreisschock einsetzende Trend zu beschleunigten Produkt- und Prozeßinnovationen, die das Ziel verfolgen, kostengünstiger und ressourcenschonender zu produzieren sowie abgasärmere und energiesparendere Produkte auf den Markt zu bringen. Dieser Modernisierungszwang führte drittens zu einem übermäßigen Ausbau der Produktionskapazitäten bei vielfach eher stagnierenden Automärkten.

November 1992

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Ohne EU-Mindestlohn kein soziales Europa

von Roland Erne

Nach Jahren antisozialer Politik infolge der Finanzkrise von 2008 standen soziale Fragen in der vergangenen Legislatur der EU wieder weiter oben auf der Agenda. Zwischen 2022 und 2024 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat seit langem wieder mehrere soziale EU-Gesetze, darunter die Richtlinie über „angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“.