Ausgabe Juli 1993

Doppelte Staatsbürgerschaft: das überfällige Signal?

Blätter-Interview mit Helmut Rittstieg

"Nach Mölln" haben wir unter der Überschrift "Was jetzt getan werden muß" u.a. gefordert, die unverzügliche Einbürgerung aller schon länger hier lebenden "Ausländer" zu ermöglichen und die Option doppelter Staatsbürgerschaft wie in anderen westlichen Ländern einzuführen (vgl. "Blätter", 1-3/1993 und die vierte Umschlagseite dieses Heftes). Im Märzheft riefen wir zur Unterstützung der Initiative für ein "Referendum Doppelte Staatsbürgerschaft" auf, die für Ende Juni einen Zwischenstand von rund 500 000 Unterschriften avisiert hat. Die Bonner Parteispitzen hingegen haben sich ein halbes Jahr lang auf ihren "Asylkompromiß" konzentriert und alle Integrationsvorschläge beiseite gewischt. Drei Tage nach der Verstümmelung des Grundgesetzartikels 16 im Deutschen Bundestag verbrannten wieder türkische Frauen und Mädchen in Deutschland. "Nach Solingen" ist die Forderung nach Ermöglichung der Doppelstaatsbürgerschaft nun plötzlich in aller Munde. Karl D. Bredthauer befragte Helmut Rittstieg, Professor für öffentliches Recht an der Universität Hamburg, nach dem politischen und juristischen Stellenwert dieser Forderung. D. Red.

Juli 1993

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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