Ausgabe Februar 1995

Politische Heimatkunde mit Martin Heidegger

Die Wiederveröffentlichung von Heideggers berühmter Rektoratsrede von 1933 im 50. Jubiläumsjahr und die 1987 erschienene Erstausgabe von Victor Far¡as' Buch "Heidegger et le nazisme" haben Anlaß zu einer Wiederaufnahme und Intensivierung der Diskussion über das Verhältnis von Martin Heideggers Philosophie zur Politik geboten. Schon einmal hatte diese Thematik vor allem die deutsche Philosophie beschäftigt: In der Nachkriegszeit, in jenen 50er Jahren und auch noch später, erschienen etliche Schriften (Guido Schneebergers "Nachlese", Theodor Adornos "Jargon der Eigentlichkeit" und Jürgen Habermas' Diktum "Mit Heidegger gegen Heidegger denken" gehören hierher), aus denen sich bereits ein recht genaues Bild von den Zusammenhängen zwischen Heideggers Philosophie und nationalsozialistischer Politik ergibt.

Obwohl das Buch von Far¡as kein wesentlich neues Material zur Frage enthält, hat es sowohl in der BRD, als auch und vor allem in Frankreich erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Dies ist wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß hier zum erstenmal die weit verstreut publizierten Aussagen Heideggers sowie einige neue Dokumente und Archivmaterialien zusammenfassend vorgestellt werden.

Februar 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.