Ausgabe Januar 1996

Hochschulpolitik zwischen Standort und Standesdünkel

Die öffentliche Debatte um die Hochschulpolitik wird mehr und mehr zu einem leidigen, ungeliebten Thema, bei dem die Positionen inzwischen festgefahren zu sein scheinen - obgleich (oder weil) Studierende schon fast jährlich einen "Heißen Herbst" ankündigen und obgleich der auf den Wissenschaftsseiten der Zeitungen immer wieder verkündete "finanzielle Ruin" der Hochschulen regelmäßig für Betroffenheit sorgt. Politiker jeder Couleur führen die Auseinandersetzung nur noch unter haushaltstechnischen Gesichtspunkten und werfen den Hochschulen Ineffizienz und Reformunwilligkeit vor. Die Hochschulen beklagen die unzureichende Finanzierung und die wachsende Masse der Studierenden, die sie nicht mehr bewältigen können oder wollen. Äußerungen der Studierenden werden meist nur undifferenziert in Form von Protestveranstaltungen, Demonstrationen oder Streiks wahrgenommen.

Bildungsziele heute

Auf europäischer Ebene wird seit geraumer Zeit diskutiert, wie die Konkurrenzfähigkeit Europas auf dem Weltmarkt gesteigert werden könne. Lag das Augenmerk zunächst nur auf der Verbesserung der industriellen Infrastruktur, konzentriert man sich nun eher auf die Effizienzsteigerung der sogenannten "human ware" durch Bildung bzw. Ausbildung.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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