Ausgabe Januar 1996

Hochschulpolitik zwischen Standort und Standesdünkel

Die öffentliche Debatte um die Hochschulpolitik wird mehr und mehr zu einem leidigen, ungeliebten Thema, bei dem die Positionen inzwischen festgefahren zu sein scheinen - obgleich (oder weil) Studierende schon fast jährlich einen "Heißen Herbst" ankündigen und obgleich der auf den Wissenschaftsseiten der Zeitungen immer wieder verkündete "finanzielle Ruin" der Hochschulen regelmäßig für Betroffenheit sorgt. Politiker jeder Couleur führen die Auseinandersetzung nur noch unter haushaltstechnischen Gesichtspunkten und werfen den Hochschulen Ineffizienz und Reformunwilligkeit vor. Die Hochschulen beklagen die unzureichende Finanzierung und die wachsende Masse der Studierenden, die sie nicht mehr bewältigen können oder wollen. Äußerungen der Studierenden werden meist nur undifferenziert in Form von Protestveranstaltungen, Demonstrationen oder Streiks wahrgenommen.

Bildungsziele heute

Auf europäischer Ebene wird seit geraumer Zeit diskutiert, wie die Konkurrenzfähigkeit Europas auf dem Weltmarkt gesteigert werden könne. Lag das Augenmerk zunächst nur auf der Verbesserung der industriellen Infrastruktur, konzentriert man sich nun eher auf die Effizienzsteigerung der sogenannten "human ware" durch Bildung bzw. Ausbildung.

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