Derzeit breitet sich unter Leuten, die sich qua Amt oder Selbsteinschätzung für berufen halten, etwas über die Zukunft dieses Landes zu sagen, eine Torschlußpanik aus, die der Furcht entspringt, irgendwie könnten wir selbige Zukunft versäumen: die Zukunft, die, so hört man, im Computer, in Multimedia und natürlich im Internet liege. Gedanken wie der, daß die Gestalt des Internet keinesfalls naturgesetzlich determiniert sondern durch Handeln beeinflußbar sei, scheinen sich zu erübrigen. Dabei wäre es an der Zeit, die weithin akzeptierten Prämissen der Medien und Vernetzungsdebatte zu hinterfragen. Ist die oft repetierte Ratio der für sicher gehaltenen Konvergenz aller Medien im vernetzten Einheitsbildschirmgerät nicht doch von zu erhabener Schlichtheit: Nämlich daß alle Information durch Bitfolgen codierbar und deshalb durch ein universelles elektronisches Netz zu transportieren und an einem ensprechenden Endgerät zu konsumieren sei? All den Erzählungen von der New Frontier im Cyberspace ist die Herkunft aus puritanischer Kolonistenideologie anzumerken. Sie laufen auf eine Amputation von Leiblichkeit und Sinnlichkeit der Menschen hinaus, und es ist mehr als naiv, davon auszugehen, diese würden das bereitwillig akzeptieren.
Schon als das PISA 2001 die ersten Ergebnisse seiner internationalen Vergleichsstudie veröffentlichte, löste das große Sorgen über das deutsche Bildungsniveau aus. Gleichzeitig setzte sich die Vorstellung fest, Bildung lasse sich vor allem durch Messbarkeit, Vergleichbarkeit und Steuerung verbessern.