Ausgabe August 1998

Das Elend der slowakischen Opposition

Es verwundert nicht, wenn sich die internationale Öffentlichkeit immer wieder mit den Taten und Worten des slowakischen Premierministers Vladimir Meciar beschäftigt. Dafür sorgt er schon selbst. Viel zu wenig ist aber im Ausland über die Opposition in der Slowakei bekannt, von der sich manche eine deutliche Änderung der politischen Landschaft erwarten. Sergej Chelemendik, Autor des Buches "Meciar-Superslovak", analysiert die Probleme der Anti-Meciar-Koolition und die Chancen einer neuen Partei. Der Beitrag erschien im Frühjahr in der slowakischen Wochenzeitung "SME". Wir danken Horst Grabert für sein Engagement, das die deutsche Veröffentlichung in den "Blättern" ermöglichte. - D. Red.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Autobusstation und sehen dort eine Gruppe von Menschen mit einem großen Transparent, auf dem steht: "Autobus nach Prag". Mitten in der Menge steht ein Mann in der Uniform des Chauffeurs und mit einem Lenkrad in der Hand. "Wann kommt der Autobus?" fragen Sie. "Er kommt, wir montieren ihn gerade, soeben richten wir ihn. Wie Sie sehen, das Lenkrad haben wir für alle Fälle bereits in der Hand, damit ihn uns niemand wegführen kann", erklärt Ihnen der Chauffeur. "Und da, sehen Sie, steht unsere Expertengruppe zur Lenkung des Busses. Schließlich kennt sie auch den Weg nach Prag.

August 1998

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.