Ausgabe Mai 2001

Telekom unter Druck

Die Deutsche Telekom ist unter Druck geraten, nicht nur durch die nachträgliche Korrektur der Bewertung ihrer Immobilien. Wie ist die Lage des Unternehmens, das vor fünf Jahren mit der damals weltweit zweitgrößten Emission die Aktie in Deutschland als Anlageform popularisiert hat? Zwar konnte es laut vorläufigen Eckdaten auch im Geschäftsjahr 2000 den Konzernumsatz wieder steigern (um mehr als 15%, auf fast 41 Mrd. Euro), hat aber in Deutschland seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes dennoch kontinuierlich Marktanteile verloren. Nach eigenen Angaben gingen diese 1999 gegenüber dem Vorjahr um 9 Punkte auf nur noch 61% zurück. Die Situation hat sich auf den einzelnen Teilmärkten wie folgt entwickelt.

- Laut Jahresbericht 2000 der Regulierungsbehörde steigerte sich in den vergangenen drei Jahren der Verkehr im Festnetz um über 60%. An dem Verbindungsvolumen von 290 Mrd. Minuten hatten die Wettbewerber der Telekom einen Marktanteil von 22%.

- Auf den Märkten für Fern- und Auslandsgespräche hat die Telekom der Monopolkommission zufolge in den ersten zweieinhalb Wettbewerbsjahren in spürbarer Größenordnung Marktanteile verloren. Die Zahl der Marktzutritte ist hoch und es herrscht intensiver Preiswettbewerb. Bei Inlandsferngesprächen betrug der umsatzmäßige Marktanteil der Telekom im ersten Quartal 1999 noch 71,4%.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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