Mitte Juni warnte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) vor verstärkten Bemühungen von Rechtsextremisten, "in akademischen Burschenschaften und damit an Hochschulen Einfluss zu gewinnen." 1) Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Münchner Burschenschaft Danubia, die Prager Burschenschaft Teutonia zu Regensburg und die Burschenschaft Frankonia Erlangen - alle drei Mitglied in der Deutschen Burschenschaft (DB), einem der größten verbindungsstudentischen Dachverbände mit etwa 15 000 Mitgliedern. Nach Angaben Becksteins habe bei der Teutonia, die auf dem Burschentag 2000 zur Vorsitzenden für das Geschäftsjahr 2001/02 gewählt worden war, unter anderem der NPD-Funktionär Jürgen Schwab - Mitglied der Prager Burschenschaft Thessalia zu Bayreuth und ehemals im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der DB tätig - referiert, in der Frankonia gebe es Richtungskämpfe zwischen einem demokratischen und einem extremistischen Flügel, und die Danubia habe "wiederholt ein Forum für Auftritte mit verfassungsfeindlichem Inhalt gegeben" 2), in dessen Rahmen unter anderem "der Cheftheoretiker des rechtsextremen Deutschen Kollegs, Reinhold Oberlercher, der NPD-Funktionär Horst Mahler und der verurteilte Südtirol-Terrorist Peter Kienesberger" aufgetreten seien.
Schon als das PISA 2001 die ersten Ergebnisse seiner internationalen Vergleichsstudie veröffentlichte, löste das große Sorgen über das deutsche Bildungsniveau aus. Gleichzeitig setzte sich die Vorstellung fest, Bildung lasse sich vor allem durch Messbarkeit, Vergleichbarkeit und Steuerung verbessern.