Ausgabe November 2001

Ehre, Amt und Arbeit

Das von der UN ausgerufene "Internationale Jahr der Freiwilligen" 2001 ist in Deutschland Anlass für zahlreiche wissenschaftliche, publizistische und politische Initiativen rund ums "Ehrenamt". Höchste gesetzgebende und Regierungsinstanzen beschäftigen sich mit dem Thema. Der Bundestag hat eine Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" eingesetzt, nach deren Bericht im Frühjahr 2002 der Bundeskanzler eine Regierungserklärung abgeben will. Warum jetzt das große Interesse an Erscheinungen mit einer mindestens 200jährigen Geschichte? Die von ihren Ursprüngen her auf Freiwilligen-Arbeit basierenden Wohlfahrtsverbände, die Feuerwehren, das Vereinswesen und die politischen Parteien waren und sind typische Ausprägungen der bürgerlichen Gesellschaft und insofern nichts Neues.

Ehrenamt als sozialer Kitt für die auseinander driftende Gesellschaft

Dass von einer "Krise des Ehrenamts" die Rede ist, hat natürlich mit der krisenhaften Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft selbst zu tun. Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft produziert jede Menge Modernisierungsverlierer.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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