Man kann nur froh darüber sein, dass es die Grünen, also die Partei Bündnis 90/ Die GRÜNEN, die vor mehr als zwanzig Jahren als “sonstige politische Vereinigung” im Widerstand gegen die SPD Helmut Schmidts auf den Plan getreten sind, gegeben hat. In der Latenzzeit jener sechzehn Jahre, da die Kanzlerschaft Helmut Kohl sich wie Meltau auf das Land gelegt hatte und von diesem Kanzler kaum mehr als die ihm in den Schoss gefallene deutsche Vereinigung und die Einführung des EURO im historischen Gedächtnis bleiben wird, konnte eine politische Kraft heranreifen, die wesentliche Motive der Kulturrevolution der 68er mit dem Engagement der zehn Jahre später geborenen Aktivisten in Frauen-, Friedens- und Ökologiebewegung verbunden hat. Vor allem zu der Zeit, also sie noch in der Opposition und radikal waren, gelang es den Grünen, dem politischen System ein Thema auf die Agenda zu setzen, das dessen Vertreter aufgrund ihres eingefahrenen Politikverständnisses nicht präsentieren konnten, obwohl doch die ökologische Problematik zuerst von (Wert)konservativen ernst genommen und politisch transformiert wurde.
Der große autoritäre Umbruch, der gegenwärtig sowohl die nationale als auch internationale Politik erschüttert, führt zu enormer Verunsicherung. Umso mehr muss er die politischen Akteure veranlassen, sich der Ziele ihres Handelns immer wieder aufs Neue zu vergewissern, aber auch ihrer Wurzeln.