Ausgabe September 2002

Der Internationale Strafgerichtshof und die USA

Hintergründe der Sicherheitsratsresolution 1422

Was am 12. Juli 2002 in New York geschah - die Verabschiedung der Sicherheitsratsresolution 1422 unter massivem Druck der Vereinigten Staaten - findet in der breiteren Öffentlichkeit bisher nicht die gebührende Aufmerksamkeit. Die Folgen des Vorgangs sind unabsehbar. Claus Kreß, Straf- und Völkerrechtler in der Abteilung ausländisches und internationales Strafrecht der Universität Köln, analysiert die Auseinandersetzung um die Kompetenzen des neu geschaffenen Internationalen Strafgerichtshofs. Er kennt sie, als Mitglied der deutschen Regierungsdelegation, aus persönlicher Anschauung. - Im Maiheft der "Blätter" erörterte der Hamburger Völkerrechtler Norman Paech "Sinn und Missbrauch internationaler Strafgerichtsbarkeit" (S. 440-450). - D. Red.

Am 1. Juli 2002 ist das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH-Statut) 1) in Kraft getreten. Der IStGH wird im Rahmen seiner Zuständigkeit Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegs- und Bürgerkriegsverbrechen ahnden können, sofern das auf nationaler Ebene nicht geschieht. Die derzeitige Führung der USA lehnt dieses erste auf Dauer und Universalität angelegte internationale Strafgericht der Rechtsgeschichte ab.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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