Ausgabe Januar 2003

Vom Brain-Drain zur Elternfrage

Weil die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft, muss Deutschland im 21. Jahrhundert Zuwanderer aus Ländern aufnehmen, in denen die Bevölkerung weiter wächst. Aber es kann nicht irgendwelche Zuwanderer gebrauchen. Unqualifizierte Arme, die keinen Arbeitsplatz finden und auf Sozialhilfe angewiesen sind, würden den Druck auf die Sozialsysteme, welche durch die hier geborenen Rentner ohnehin stark beansprucht werden, weiter erhöhen. Deutschland benötigt daher qualifizierte Einwanderer aus aller Welt. Weil aber ganz Europa und auch andere wohlhabende Staaten vor einer ähnlichen demographischen Situation stehen, muss sich die Bundesrepublik für den „Wettbewerb um die besten Köpfe“ fitmachen. Bisher bieten etwa die Vereinigten Staaten qualifizierten Einwanderungswilligen im Gegensatz zu Deutschland: hervorragende Verdienstmöglichkeiten, eine von Anfang an auf Dauer angelegte Aufenthaltsperspektive und rasche Einbürgerungsmöglichkeiten sowie eine offene multikulturelle Gesellschaft, in der Migranten respektiert und vom Staat willkommen geheißen werden.

So lautet – vereinfacht zusammengefasst – die Argumentation, mit der in Deutschland für ein Zuwanderungsgesetz geworben wird, das qualifizierte Zuwanderer bevorzugt und ihnen einen Daueraufenthalt verspricht.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.

Drei Millionen ohne Abschluss: Was tun?

von Maike Rademaker

Die Zahl war lediglich einen Tag lang einige Schlagzeilen wert: Rund 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hierzulande haben keinen Berufsabschluss. Maike Rademaker analysiert Gründe und Lösungsansätze.