Ausgabe Januar 2003

Polen und die Erweiterung der Europäischen Union

Mit dem endgültigen Beschluss und der Terminierung der Erweiterung der Europäischen Union um zehn Staaten drängt sich die Frage auf, was die alten und neuen Mitglieder wohl von einander zu erwarten haben. Fest steht, dass sich die Union mit den Beitritten wesentlich verändern wird: Der weitaus größte Teil Europas wird zu EU-Europa. Die Zahl der Mitgliedstaaten vergrößert sich um fast 70%. Mehr Staaten als bisher passen nicht gänzlich in die herkömmlichen Gemeinsamkeiten der südlich-romanischen (katholischen) oder der nördlich-angelsächsisch-germanischen (protestantischen) Staatengruppierungen. Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen den größeren und den kleineren EU-Staaten verändert sich zu Gunsten der letzteren. Die Aufnahme Zyperns bringt erstmalig einen muslimischen Teilstaat in die Union.

Was vor einem halben Jahrhundert mit engen Vorstellungen von einem westeuropäischen, vorwiegend katholischen, „karolingischen“ Europa begann, schickt sich an, mit Macht neuen Wegen zu folgen. Dass im Europäischen Parlament im November in der gemeinsamen Sitzung mit Parlamentariern aus den Beitrittsstaaten in 23 Sprachen gedolmetscht werden musste, ist mehr als nur ein linguistischer Tatbestand.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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