Im Rückblick scheint es, den größten Teil des Krieges hätten die Alliierten mit und gegen sich selbst ausgetragen. Obwohl man das auch ganz wörtlich verstehen kann, weil bekanntlich ein unverhältnismäßig großer Teil der britisch-amerikanischen Verluste auf freundliches Feuer der eigenen Kameraden zurückging, reicht die Beobachtung weiter: Das hypertrophe Sicherheitsdenken, das, sozusagen nach außen gestülpt, Rumsfelds Megamaschine den Weg nach Bagdad bahnte, um dort, einige Tausend Meilen fern der Heimat, Amerikas "Recht auf Selbstverteidigung" zu exekutieren, verlieh dem ganzen Krieg ausgesprochen surreale Züge. Es war ja, wie wir spätestens jetzt wissen, nicht etwa unerwartet verbissene Gegenwehr der Iraker, die the blitzkrieg ins Stocken brachte und sogleich die ersten Katastrophenszenarien ins Kraut schießen ließ. Nein, sobald Amerikaner oder Briten unter Beschuss gerieten, war es aus mit der Intelligenz, nicht nur der smart weapons und des vielgerühmten Masterplans aus dem Pentagon. Da zählten mit einem Schlag weder Leib und Leben der zu Befreienden mehr, noch der Vorsatz, die Infrastruktur des Landes zu schonen. Da zählte, panic stricken, nur noch eines, der Schutz der eigenen Sicherheit vor Gefahren, für deren Abschätzung, ob eingebildet oder real, offenbar kaum Maßstäbe zur Verfügung stehen.
Ende August konnte US-Präsident Donald Trump mal wieder eine Art außenpolitischen Erfolg verkünden. In Zusammenarbeit mit Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hätten sich die USA die weitgehende Kontrolle über 65 Mrd. Barrel Erdöl in Venezuela gesichert, erklärte er.