Ausgabe Juli 2003

Die amerikanische Guerilla

Zur Wiederentdeckung der Special Forces

Bei einer Friedensdemonstration Werbung für das Militär zu betreiben, klingt verwegen. In den Vereinigten Staaten ist dergleichen aber mittlerweile möglich. Als sich am 15. März ungefähr 20 000 Bürger zu einer Kundgebung gegen den bevorstehenden Irakkrieg am Washington Monument versammelten, witterten die Straßenhändler auf der mall ein lukratives Zusatzgeschäft. Die üblicherweise mit Porträts von Schauspielern oder Logos bekannter Sportvereine verzierten T-Shirts und Mützen wurden weggepackt und durch andere ersetzt, auf denen die Schriftzüge CIA, FBI, Special Forces, SEALs oder Rangers prangten. Kaffeetassen mit den Insignien der Green Berets oder Teddybären in Kampfuniform waren auch im Angebot, weckten aber bei der überwiegend jugendlichen Kundschaft weit weniger Interesse.

Auf den ersten Blick scheint der Vorgang keiner weiteren Überlegung wert – in Zeiten, da populäre Kleidungsstücke generell den Charme von Werbewänden angenommen haben und Aufdrucke im Rhythmus der Tagesnachrichten wechseln. Und dass Amerikaner zu ebenso merkwürdigen wie kurzlebigen Übertreibungen neigen, ist schließlich auch bekannt. Dennoch: Hinter dieser Popularität der Special Forces, der Spezialkommandos für die Kriege der Zukunft, steckt mehr.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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