Ausgabe August 2003

Frauen in der erweiterten Union

Am 1. Mai 2004 wächst die Europäische Union (EU) um zehn weitere Staaten: Estland, Malta, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. Rumänien und Bulgarien folgen voraussichtlich im Jahr 2007. Zudem machte der Gipfel von Kopenhagen im Dezember 2002 den Weg frei für künftige Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Die Erweiterung stellt einen Meilenstein in der Geschichte Europas dar, sie beinhaltet Chancen, aber auch die Notwendigkeit zu großen gesellschaftlichen Veränderungen – für die bestehenden Mitglieder, vor allem jedoch für die Beitrittsstaaten. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der Frage der Gleichstellung von Männern und Frauen. Hier gibt es in allen Beitrittsländern drei zentrale Problemfelder: erstens den wachsenden Handel mit Mädchen und Frauen, zweitens häusliche Gewalt gegen Frauen und drittens die mangelnde Gleichstellung von Frauen und Männern in der gesellschaftlichen und politischen Praxis.

Im Bericht der Vereinten Nationen zur Bevölkerungslage im Jahr 2000 heißt es, dass sich die Zahl der Mädchen zwischen fünf und 15 Jahren, die der Ausbeutung durch die weltweite Sexindustrie zum Opfer fallen, pro Jahr um schätzungsweise zwei Millionen erhöht. Allein in die Europäische Union werden jährlich 500 000 Frauen gebracht, die dort sexuell ausgebeutet werden.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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