Ausgabe November 2003

Probleme der Urbanisierung

Zwei Trends prägten die weltweite Bevölkerungsentwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Erstens nahm die Weltbevölkerung kontinuierlich zu, von drei Milliarden im Jahr 1960 verdoppelte sie sich auf über sechs Milliarden Menschen im Jahr 2001. Zweitens leben immer mehr Menschen in Städten: 1960 waren es etwa ein Drittel, heute beträgt der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung fast die Hälfte. Die Bevölkerungszunahme in den Städten ("Urbanisierung") liegt damit über dem Durchschnitt der gesamten Bevölkerungszunahme. In Südasien und im Afrika südlich der Sahara, wo bisher die weitaus meisten Menschen in ländlichen Gegenden leben, sind die Zuwachsraten des Bevölkerungsanteils der Städte besonders hoch: In Asien würde sich der Anteil der städtischen Bevölkerung beim derzeitigen Wachstum in 25 Jahren verdoppelt haben, in Afrika südlich der Sahara sogar schon in 17 Jahren.

Am deutlichsten lässt sich der Trend der Urbanisierung bei den so genannten Megastädten beobachten. Als Megastädte bezeichnet man urbane Agglomerationen mit mehr als zehn Mio. Einwohnern. Häufig zählt man zu einer Megastadt auch benachbarte Städte, wenn die Grenzen fließend verlaufen, wie beispielsweise bei den Städten des Ruhrgebietes.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fossilistischer Kolonialismus

von Friederike Otto

Die Erderhitzung vernichtet schon heute weltweit die Lebensgrundlagen vieler Menschen – allen voran jener, die ohnehin benachteiligt sind. Wir müssen die Klimakrise auch als Gerechtigkeitskrise begreifen – und die ihr zugrundeliegenden Machtstrukturen transformieren.

Globales Elend und die Diktatur der Superreichen

von Ute Scheub

Sie düsen in Privatjets um die Welt, um Immobilien und Konzernketten an sich zu reißen. Sie kaufen ganze Landschaften und Inseln, um sich dort im größten Luxus abzukapseln. Sie übernehmen Massenmedien, um sich selbst zu verherrlichen und gegen Arme und Geflüchtete zu hetzen.