Ausgabe Juni 2026

Komplizen der Bereicherung

Wie extreme Vermögensungleichheit Demokratie und Wettbewerb gefährdet

In der Bundesrepublik besitzen allein zwei Familien so viel wie die Hälfte der Deutschen. (IMAGO / Zoonar)

Bild: In der Bundesrepublik besitzen allein zwei Familien so viel wie die Hälfte der Deutschen. (IMAGO / Zoonar)

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst seit Jahrzehnten und erreicht inzwischen demokratiegefährdende Ausmaße. Dabei droht die neoliberale Ökonomisierung der Politik in eine autoritäre Politisierung der Ökonomie zu kippen, die nicht nur die Demokratie, sondern auch den Wettbewerb untergräbt. Auch aus wirtschaftsliberaler und konservativer Sicht ist die Einführung von Vermögenssteuern daher dringend geboten. 

Während die Vermögensungleichheit zwischen den Staaten in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat, wird sie innerhalb der Länder immer extremer. Die Statistiken sind bekannt: Laut der Milliardärsliste des Magazins »Forbes« verfügten im Jahr 2022 die fünf reichsten Personen der Welt über ein Vermögen von 795 Mrd. US-Dollar. Die Liste wurde seinerzeit erstmals von Elon Musk angeführt, der nun aber allein schon auf rund 800 Mrd. US-Dollar kommt – sein Vermögen hat sich inzwischen in etwa vervierfacht. Obwohl sie massiv davon profitieren, beteiligen sich Vermögende wie Musk jedoch kaum an der Finanzierung des Gemeinwesens, da sie ihr Geld in Form niedrig besteuerter Vermögenserträge verdienen. Stattdessen können Milliardäre ihr Vermögen dazu nutzen, Soziale Netzwerke in Propaganda- und Polarisierungsmaschinen zu verwandeln oder hunderte Millionen Dollar an die Kampagne Donald Trumps oder anderer, diesem wohlgesonnenen Kandidaten, zu spenden.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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