Ausgabe Juli 2026

Kampf gegen den Regenbogen

Wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen mobil macht

Demonstrierende mit Regenbogen- und Progress-Fahne. Nach der Ermordung von zwei trans Frauen gab es unter dem Motto »All Black Lives Matter« landesweite Proteste in den USA. Foto aus Seattle, 25.6.2020 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Bild: Demonstrierende mit Regenbogen- und Progress-Fahne. Nach der Ermordung von zwei trans Frauen gab es unter dem Motto »All Black Lives Matter« landesweite Proteste in den USA. Foto aus Seattle, 25.6.2020 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Für Queers hat sich in den zurückliegenden drei Jahrzehnten in Deutschland viel zum Besseren verändert. Aber dieser zivilisatorische Fortschritt ist gefährdet. Weltweit gibt es autoritäre Bewegungen, die erfolgreich gegen sexuelle Diversität mobilisieren. Gerade in Afrika treiben evangelikale Netzwerke mit Zentrum in den USA den Backlash voran.

Es ist wieder Pride-Saison. Das ist die Zeit, in der queere, also nicht-heterosexuelle und gender-nonkonforme Menschen mit ihren solidarischen Verbündeten für queere Rechte und Sichtbarkeit auf die Straße gehen. Diese Mobilisierungen waren erfolgreich: Was vor nicht allzu ferner Zeit noch als abnorm und abstoßend galt, auch rechtlicher Repression unterlag, gehört heute zu einer von der Mehrheit akzeptierten Bandbreite sexuellen Begehrens und sexueller Orientierungen. Die Abschaffung des Paragrafen 175, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, die Öffnung der Ehe, die Anerkennung eines diversen Geschlechtseintrags und auch das Selbstbestimmungsgesetz haben unser Leben positiv beeinflusst. Gewiss, die vollständige sexuelle und geschlechtliche Emanzipation ist das nicht. Aber rechtliche Gleichheit auch für Queers ist ohne Zweifel ein großer zivilisatorischer Fortschritt und notwendige Voraussetzung dieser Emanzipation.

Mittlerweile erscheint vielen in Deutschland das Erreichte selbst als neue Normalität. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, dass uns nichts davon geschenkt wurde.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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