Ausgabe Dezember 2004

Atlantische Wertegemeinschaft mbH

Danke, weitermachen! - Bush-Amerika und Alteuropa können also fortfahren, einander in herzlicher Hassliebe zu umschlingen, zusammengewachsen und zusammengehörig wie sie nun mal sind. Beide täten in der entstandenen Situation gut daran, sich einer Bibelweisheit zu erinnern: Wie man sich über den Splitter im Auge des anderen aufregen und dabei den Balken im eigenen vergessen kann (Matthäus 7, 1-5). Befassen wir uns also, ganz antizyklisch, aus Anlass der Wahnsinnstat des amerikanischen Souveräns, George W. Bush wiederzuwählen, mit einigen hiesigen Verrücktheiten oder, sagen wir: Merkwürdigkeiten, zwecks Vermeidung voreiliger Schlussfolgerungen aus der Beobachtung, dass unsere transatlantischen Partner nicht so sind, wie sie sein sollten.

Gewiss, dass die Amerikaner Bush, nach allem, was er in den vergangenen vier Jahren angerichtet hat, mehrheitlich dazu legitimierten, vier Jahre so weiter zu machen, musste in Europa, wie im "Rest der Welt", schockieren. Freunde Amerikas noch mehr als die Vielen, die es ja immer immer schon gewusst haben. Der Konsens, der in den Spalten der deutschen Presse zeitweilig geradezu volksgemeinschaftliche Dimensionen annahm, lautete schlicht: Es hätte nicht passieren dürfen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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