Ausgabe April 2005

Im Krebsgang voran!

Die Neuverfilmung der Geschichte der Weißen Rose ("Sophie Scholl – die letzten Tage") ruft die an der Universität München aktive studentische Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl erneut ins öffentliche Gedächtnis. (Über das politische Vermächtnis der Weißen Rose hat Hildegard Hamm-Brücher in dieser Zeitschrift (Heft 5/1997, S.

Die Neuverfilmung der Geschichte der Weißen Rose ("Sophie Scholl – die letzten Tage") ruft die an der Universität München aktive studentische Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl erneut ins öffentliche Gedächtnis. (Über das politische Vermächtnis der Weißen Rose hat Hildegard Hamm-Brücher in dieser Zeitschrift (Heft 5/1997, S. 542-553) einen eindringlichen und sehr persönlichen Beitrag veröffentlicht.) Robert Scholl, der Vater der am 22. Februar 1943 zusammen mit ihrem Kommilitonen Christoph Probst hingerichteten Geschwister Hans und Sophie, von den Nazis selbst mehrfach inhaftiert und mit Berufsverbot belegt, zählt zur Gründergeneration der "Blätter", deren Herausgeberkreis er bis zu seinem Tode 1973 angehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Robert Scholl Oberbürgermeister von Ulm; 1952 gründete er zusammen mit dem späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und Helene Wessel die Gesamtdeutsche Volkspartei.

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