Ausgabe Februar 2006

Stalins nützliche Idioten?

Zur Entstehungsgeschichte der westeuropäischen Nachkriegsverfassungen

„Weder der Herausgeber noch die anderen Verlage sollten von uns verlangen, ein Manuskript zu veröffentlichen, das unseren Gefühlen und unserem Bild von der Geschichte des 20.

„Weder der Herausgeber noch die anderen Verlage sollten von uns verlangen, ein Manuskript zu veröffentlichen, das unseren Gefühlen und unserem Bild von der Geschichte des 20. Jahrhunderts derart widerspricht.“ Mit diesen Worten endet ein Brief von Detlef Felken, Cheflektor des Münchner Beck-Verlages, an die Partnerverlage der europäischen Buchedition „Europa bauen“ und an den Herausgeber der Reihe, den französischen Mediävisten Jacques Le Goff. Das Buch, das C.H.Beck aus einer seit 15 Jahren bestehenden Vertragskooperation ausscheren ließ, heißt in der (bei Laterza) bereits erschienenen italienischen Originalausgabe „La Democrazia. Storia di un’ideologia“ – ein weit ausgreifender, sehr italienischer und, wie der Originaltitel bereits anklingen lässt, wenig auf political correctness bedachter Großessay des italienischen Althistorikers Luciano Canfora. Nicht nur der „Corriere della Sera“ erhob den Vorwurf der Zensur. Er titelte „Canforas Demokratie – für die Deutschen verboten“.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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