Ausgabe August 2007

Überwachte Kinder

Großbritannien - Vom Wohlfahrtsstaat zum Risikomanagement

Geht es nach den Plänen der Kultusministerkonferenz, wird in der Bundesrepublik im Herbst 2008 ein nationales Bildungsregister eingeführt. In dieser umfangreichen Datenbank sollen weitreichende Informationen über jeden einzelnen Schüler gespeichert werden. Datenschützer warnen bereits vor dem „gläsernen Schüler“ und befürchten, dass sensible Daten missbraucht werden könnten. Denn in dieser Schülerdatenbank sollen alle Kinder mit einer Identitätsnummer registriert und relevante Daten über ihren Lebensweg gesammelt werden – vom Kindergarten über den Schul-, Ausbildungsoder Hochschulabschluss bis zum Einstieg in das Berufsleben. Dabei werden Schulwechsel, absolvierte Abschlüsse, Sitzenbleiben und andere Schulprobleme, Angaben über das Elternhaus, Herkunftsland der Familie, die zu Hause gesprochene Sprache usw. erfasst – vorgeblich mit dem Ziel, vor allem die Probleme der Kinder mit Migrationshintergrund zu analysieren. Datenschützer bezweifeln aber, dass die versprochene Anonymität mittels einer ID-Nummer tatsächlich gewährleistet werden kann, da diesem zentralen Register jahrelang persönliche Bildungsdaten des Schülers zugewiesen werden, die er dann von Schule zu Schule mit sich schleppt und die ihn eindeutig identifizieren. Es sei nicht auszuschließen, dass Daten zweckentfremdet und von den Sicherheitsbehörden genutzt würden, um beispielsweise terrorverdächtige Väter ausländischer Familien aufzuspüren.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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