Ausgabe Dezember 2007

Europas soziale Schlagseite

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 23. Oktober zum VW-Gesetz1 war aus juristischer Sicht zu erwarten; zu deutlich verstößt das Gesetz gegen die Bestimmungen über den freien Kapitalverkehr in den Artikeln 56 ff. EG-Vertrag. Der Bund muss das Gesetz 1 EuGH, Rs C-112/05. von 1960 daher ändern, das ihm und Niedersachsen eine privilegierte Stellung im Unternehmen bescherte.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 23. Oktober zum VWGesetz1 war aus juristischer Sicht zu erwarten; zu deutlich verstößt das Gesetz gegen die Bestimmungen über den freien Kapitalverkehr in den Artikeln 56 ff. EG-Vertrag. Der Bund muss das Gesetz 1 EuGH, Rs C-112/05. von 1960 daher ändern, das ihm und Niedersachsen eine privilegierte Stellung im Unternehmen bescherte. Nun kann Porsche als Hauptaktionär mit bisher 31 Prozent der VW-Anteile, aber nur 20 Prozent der Stimmrechte in der Hauptversammlung, die Macht beim Wolfsburger Autoproduzenten übernehmen. Immerhin garantiert dies, dass keine internationalen Finanzinvestoren Einfluss erhalten und die Arbeitsplätze sicher sind.

Gesetzliche Sonderrechte für einzelne, meist staatliche Aktionäre (wie die sogenannte Goldene Aktie) sind der Kommission seit langem ein Dorn im Auge. Beihilfen und Sonderrechte mögen vorübergehende Hilfen sein, sie verhindern aber wirtschaftliche Chancengleichheit.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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