Ausgabe Februar 2008

Rentenlücke und Riesterfalle

Das neue Jahr hat seinen ersten sozialpolitischen Skandal: In einem Beitrag mit dem Titel „Arm trotz Riester: Sparen fürs Sozialamt“ hat das ARD-Magazin „Monitor“ am 10. Januar die bislang der Öffentlichkeit kaum bewusste Tatsache publik gemacht, dass bei Kleinstrentnern die etwaigen Erträge einer Riester- Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden und zu entsprechenden Leistungskürzungen führen. Nicht wenige Geringverdiener, die bereits einen Sparvertrag nach Riester abgeschlossen haben, werden auf diese Weise am Ende praktisch nicht besser dastehen, als wenn sie ihr Geld aus dem Fenster geworfen hätten. Für diejenigen, die im Alter aller Voraussicht nach auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein werden, kann es daher durchaus rational sein, erst gar keinen Riester-Vertrag abzuschließen – so die Schlussfolgerung des Beitrags.

Die Reaktionen auf den Monitor-Bericht waren heftig, die Entrüstung groß. Das Arbeitsministerium sprach von „unseriöser Berichterstattung“ und warnte vor Stimmungsmache gegen die staatlich geförderte Riester-Rente, die Deutsche Rentenversicherung Bund versuchte zu beschwichtigen, und Riester selbst warf der ARD vor, mit verzerrten Behauptungen eine „gnadenlose Verunsicherung gering verdienender Menschen“ zu betreiben.

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