Ausgabe Februar 2008

Rentenlücke und Riesterfalle

Das neue Jahr hat seinen ersten sozialpolitischen Skandal: In einem Beitrag mit dem Titel „Arm trotz Riester: Sparen fürs Sozialamt“ hat das ARD-Magazin „Monitor“ am 10. Januar die bislang der Öffentlichkeit kaum bewusste Tatsache publik gemacht, dass bei Kleinstrentnern die etwaigen Erträge einer Riester- Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden und zu entsprechenden Leistungskürzungen führen. Nicht wenige Geringverdiener, die bereits einen Sparvertrag nach Riester abgeschlossen haben, werden auf diese Weise am Ende praktisch nicht besser dastehen, als wenn sie ihr Geld aus dem Fenster geworfen hätten. Für diejenigen, die im Alter aller Voraussicht nach auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein werden, kann es daher durchaus rational sein, erst gar keinen Riester-Vertrag abzuschließen – so die Schlussfolgerung des Beitrags.

Die Reaktionen auf den Monitor-Bericht waren heftig, die Entrüstung groß. Das Arbeitsministerium sprach von „unseriöser Berichterstattung“ und warnte vor Stimmungsmache gegen die staatlich geförderte Riester-Rente, die Deutsche Rentenversicherung Bund versuchte zu beschwichtigen, und Riester selbst warf der ARD vor, mit verzerrten Behauptungen eine „gnadenlose Verunsicherung gering verdienender Menschen“ zu betreiben.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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