Ausgabe Februar 2008

Der neue Zwang zur Altersarbeit

Nicht nur Angela Merkel war voll des Lobes: Das Tal der Tränen sei überwunden und Deutschland auf dem Weg der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Besserung, lautete die Kernbotschaft ihrer Weihnachtsansprache. Doch während die Bundeskanzlerin, bereits ganz in Wahlkampfstimmung, den primär konjunkturell bedingten Wirtschaftsaufschwung und die Belebung am Arbeitsmarkt mit ihrem Amtsantritt beginnen lässt, bringen ihn die regierenden Sozialdemokraten mit den Schröderschen Hartz-Reformen in Verbindung. Wann, wenn nicht jetzt, lässt sich die Agenda-Politik als Erfolg verkaufen, lautet die Devise.

Da jedoch die Zahl der neu entstandenen Arbeitsplätze geringer ausfällt als im letzten Aufschwung von 1999/2000, wird vor allem die Qualität der neu entstandenen Arbeitsplätze hervorgehoben. So sollen weniger geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und mehr Vollzeitarbeitsplätze entstanden sein. Doch das Highlight ist ein anderes: Zwei Drittel des aktuellen Beschäftigungsaufschwungs gehen auf Arbeitsplätze für Ältere zurück. Da diese bekanntermaßen eine der am schwersten vermittelbaren Gruppen am Arbeitsmarkt sind, muss der aktuelle Beschäftigungsaufschwung demnach von besonderer Qualität sein.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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