Ausgabe April 2008

Tschad: Diktatur von Frankreichs Gnaden

Der Tschad, der bereits seit Jahren Konflikte mit dem benachbarten Sudan austrägt,1 sieht sich derzeit auch im Inneren zunehmend mit Umsturzversuchen konfrontiert. Der von Frankreich unterstützte Präsident Idriss Déby unterdrückt die politische Opposition mit eiserner Faust, Scharmützel mit Rebellengruppen an den Grenzen des Landes gehören zur Tagesordnung.

Der Tschad, der bereits seit Jahren Konflikte mit dem benachbarten Sudan austrägt,1 sieht sich derzeit auch im Inneren zunehmend mit Umsturzversuchen konfrontiert. Der von Frankreich unterstützte Präsident Idriss Déby unterdrückt die politische Opposition mit eiserner Faust, Scharmützel mit Rebellengruppen an den Grenzen des Landes gehören zur Tagesordnung. Im Oktober 2007 unterzeichneten zwar die beiden größten Rebellenverbände unter libyscher Vermittlung einen Friedensvertrag mit der Regierung. Aber bereits im Dezember schlossen sie sich mit einer dritten Gruppe zur Union des forces de la résistance (UFR) zusammen und zogen Ende Januar 2008 auf die Hauptstadt N’Djamena. Als dort am 2. Februar die Kämpfe ausbrachen, flohen die Tschader zu Tausenden über den Grenzfluss Chari ins Nachbarland Kamerun; die Ausländer flüchteten zu Sammelpunkten und warteten unter heftigem Beschuss auf ihre Evakuierung durch die französische Armee.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema