Ausgabe Juli 2009

Jemenitischer Bürgerkrieg

Die Entführung und Ermordung deutscher Staatsbürger Mitte Juni im Jemen hat das Land schlagartig in die hiesige Medienöffentlichkeit katapultiert. Dabei tobt im Norden Jemens bereits seit Jahren ein blutiger Krieg zwischen schiitischen Stämmen und den Streitkräften des jemenitischen Staates. Mittlerweile haben die Auseinandersetzungen mehrere tausend Tote und eine unbekannte Zahl von Verletzten und Flüchtlingen gefordert.

Schenkt man der jemenitischen Regierung Glauben, ist der „vergessene Konflikt“ im Jemen längst zum Interventionsfeld der iranischen Außenpolitik avanciert. Die regierende Kongress-Partei wirft dem Iran vor, auf Seiten der schiitischen Al-Huthi-Rebellen in den Konflikt einzugreifen. Wenngleich religiös motivierte Interventionen in der Vergangenheit zum Repertoire der iranischen Außenpolitik gehörten und die Schwäche des jemenitischen Staates eine Einflussnahme des Auslandes begünstigt, ist deren Ausmaß gegenwärtig kaum zu bestimmen. 1

Ausschlaggebend scheinen für diesen Konflikt denn auch, den Behauptungen der Regierung in Sanaa zum Trotz, innerstaatliche Faktoren zu sein.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Naher und Mittlerer Osten