Ausgabe Januar 2011

Migration im Interessenkonflikt

Angela Merkels Worte finden Gehör in der Welt: Anfang November 2010 wurde in einem kleinen Kulturzentrum in Mexiko-Stadt die Aussage der deutschen Bundeskanzlerin „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ von einem philippinischen Delegierten der International Assembly of Migrants and Refugees (IAMR) als Beleg für eine zunehmende Migrantenfeindlichkeit in Europa angeführt.

Leider ist die Aufmerksamkeit nicht wechselseitig. Im Auswanderungsland Deutschland selbst wurde nämlich das diesjährige Global Forum on Migration and Development (GFMD), das in Mexiko-Stadt ausgerichtet wurde, kaum wahrgenommen. Bezeichnenderweise war es auch den meisten deutschen Zeitungen nicht einmal eine Meldung wert – obwohl an diesem Forum und den diversen Parallel- und Gegenveranstaltungen zahlreiche internationale Organisationen, Repräsentanten von 140 Staaten und weit über tausend Vertreter der Zivilgesellschaft teilnahmen. Dabei hätte der Bundesrepublik ein Blick über den Tellerrand durchaus helfen können, die hysterische Integrationsdebatte auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

Ein „neues Mantra“ der Entwicklungspolitik?

Doch weiterhin zeigen Empfängerstaaten von Migranten zumeist nur geringes Interesse daran, das Thema in einem multilateralen Prozess zu diskutieren.

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