Ausgabe Dezember 2011

Ein anderes Italien

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Er hinterlässt der Übergangsregierung unter Mario Monti ein tief gespaltenes Land mit einer hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen. Noch ist völlig offen, wie die ökonomische und politische Zukunft Italiens mittelfristig aussehen wird. Doch wenn von gewählten Nachfolgern die Rede ist, fällt immer wieder ein Name: Nichi Vendola. Der soeben wiedergewählte Ministerpräsident der Region Apulien und Sprecher des Parteienbündnisses „Sinistra Ecologia Libertà“ (Linke, Ökologie, Freiheit) gilt als möglicher Spitzenkandidat eines Mitte-Links-Bündnisses. Vendola, Initiator der sozialen Aktionsplattformen „Fabbriche di Nichi“, strebt einen grundlegenden politischen und ökonomischen Wandel an – mit mehr „Demokratie von unten“ und gezielten Investitionen, unter anderem in Bildung und erneuerbare Energien. Im folgenden Beitrag beschreibt der „italienische Obama“ („Washington Post“) die notwendigen Schritte hin zu einem besseren, gerechteren Italien. – D. Red.

Gespenster gehen um in der westlichen Welt: Es sind die geplatzten Träume, die Hoffnungen von Millionen Menschen auf zukünftige Chancen, auf ehrliche Arbeit und Erfolge, die vielleicht nicht leicht zu erreichen, aber doch möglich schienen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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