Ausgabe März 2012

Rettet Europa! Ohne den Euro?

Linksliberale Analytiker der aktuellen Krisenpolitik der Europäischen Union (EU) sind sich einig, dass diese in vielerlei Hinsicht fehlgeleitet ist. Insbesondere die den Krisenländern verordnete Sparpolitik wird vehement abgelehnt. Schon die Sparpolitik der 1930er Jahre und die nach der globalen Schuldenkrise der 80er Jahre eingeführten Strukturanpassungsprogramme in der sogenannten Dritten Welt hätten gezeigt, dass strikte Sparmaßnahmen eine Wirtschaftskrise nur verschärfen. Notwendig sei hingegen eine solidarische Unterstützung der Bevölkerung in den Krisenländern.[1]

So weit, so richtig. In einem Punkt besteht jedoch eine bemerkenswerte Übereinstimmung der meisten linksreformistischen Analysen mit den jüngsten Schritten der mehrheitlich konservativen EU-Regierungen – nämlich hinsichtlich der Hoffnung, dass diese Schritte zu einer Fiskalunion und damit zu einer deutlichen Stärkung der wirtschaftspolitischen Kompetenz der EU führen werden.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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