Ausgabe Februar 2013

Myanmar: Demokratie am seidenen Faden

Myanmar erfährt derzeit international ungewohnt viel Aufmerksamkeit: Tourismusunternehmen bewerben das von buddhistischen Traditionen geprägte Land im Südosten Asiens verstärkt als Reiseziel; die Weltbank bewilligte im November vergangenen Jahres erstmals seit 25 Jahren wieder einen Kredit für Infrastrukturprojekte, und sogar Barack Obama besuchte zum selben Zeitpunkt Myanmar – als erster amerikanischer Präsident überhaupt –, um die Regierung für ihre politischen Reformen zu loben.

Noch vor wenigen Jahren sah die Lage vollkommen anders aus. Die einstige Militärdiktatur war international isoliert; neben den USA hatte auch die Europäische Union dem Land strenge Einreiseverbote, Vermögenssperren und Handelsbeschränkungen auferlegt. Doch seit dem Ende der Militärherrschaft im Frühjahr 2011 hat sich Myanmar politisch geöffnet. Als Reaktion auf die demokratischen Reformen der formal zivilen Regierung unter Präsident Thein Sein hat der Westen einen Großteil der Sanktionen ausgesetzt.

Bei der seit 1990 ersten Parlamentswahl im Jahr 2010 setzte sich zwar die dem Militär nahestehende Union Solidarity and Development Party (USDP) durch und erhielt fast 60 Prozent der Sitze. Darüber hinaus ist ein Viertel der Sitze im Parlament – unabhängig vom Wahlausgang – ohnehin dem Militär vorbehalten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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