Ausgabe Mai 2014

Lanz sei Dank!

Es ist vollbracht: Am 5. April erklärte Markus Lanz in seiner Sendung, dass es nur noch drei Ausgaben „Wetten dass?“ geben werde. Was für eine Erleichterung – und was für ein Irrsinn! Denn dem vorausgegangen waren zwei Jahre des Fremdschämens mit einem offensichtlich völlig überforderten Moderator. Doch kaum hatte Lanz das Ende verkündet, setzte umgehend die große Nostalgiewelle ein: Darf man tatsächlich das letzte Lagerfeuer der Deutschen, Hort guter Familienunterhaltung, einfach so erlöschen lassen?

Ja, man darf! Denn die Zeit ist schon lange über diese Familiensendung hinweg gegangen. Heute haben sich die „Kids“ längst zu den Privaten verabschiedet, in die harten realitätslastigen US-Serien und zu DSDS und Dschungelcamp. 1981 wurde „Wetten dass?“ erstmalig ausgestrahlt, am 1. Januar 1984 wurde das Privatfernsehen eingeführt. Doch „Wetten dass“ blieb sich über all die Jahre gleich, als das eigentliche Flaggschiff der Ära Kohl und des bundesrepublikanischen Biedermeiers. Nicht ohne Grund dankt Florian Illies am Ende seiner ironisch-postheroischen „Generation Golf“ vor allem einem: Helmut Kohl. Wie aber heißt es dort gleich zu Beginn: „Mir geht es gut. Es ist Samstag abend, ich sitze in der warmen Sonne, im Schaum schwimmt das braune Seeräuberschiff von Playmobil. [...

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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