Bild: UVZ-Geschäftsführer Alexander Potapov begleitet Wladimir Putin und seine Delegation bei ihrem Besuch im Maschinenbauwerk UralVagonZavod, 15.2.2024 (IMAGO / ITAR-TASS / Ramil Sitdikov)
Zu den ständig wiederholten Propagandalügen des russischen Regimes gehört die Behauptung, Russlands Wirtschaft werde von den Sanktionen des Westens kaum berührt. Viele glauben das, weil die vollmundige Ankündigung westlicher Strategen, die Sanktionen würden Russland in kürzester Zeit in die Knie zwingen, nicht eingetroffen ist. Das aber hat einen einfachen Grund: Die Unterstützer der Ukraine waren bei den Sanktionen ebenso inkonsequent und zögerlich wie bei ihren Waffenlieferungen an das überfallene Land. Das hat sich gerächt und die Ukrainer haben dafür einen hohen Preis zahlen müssen – in Menschenleben.
Von Anfang an musste davon ausgegangen werden, dass Wirtschaftssanktionen einige Zeit brauchen, um voll durchzuschlagen – und dass Russland alles tun würde, um die Sanktionen zu unterlaufen. Und auch nach mittlerweile 20 Sanktionspaketen der EU lassen sich europäische, darunter auch deutsche, Firmen Geschäfte mit Russland nicht entgehen. Darauf reagieren die westlichen Regierungen viel zu langsam und viel zu sanft. Die EU leidet obendrein an ihrem Erbübel der Kleinstaaterei, die es allerlei Riesenstaatsmännern erlaubt, auf Kosten der anderen – vor allem der Ukraine – Weltpolitik zu spielen. Bis heute sind aus falscher Rücksichtnahme auf nationale Egoismen und Gewinninteressen im Westen nicht sämtliche russischen Banken vom SWIFT-Zahlungssystem ausgeschlossen worden.