Ausgabe Juni 2026

Putins Kriegswirtschaft: Propaganda und Realität

UVZ-Geschäftsführer Alexander Potapov begleitet Wladimir Putin,und seine Delegation bei ihrem Besuch im Maschinenbauwerk UralVagonZavod, 15.2.2024 (IMAGO / ITAR-TASS / Ramil Sitdikov)

Bild: UVZ-Geschäftsführer Alexander Potapov begleitet Wladimir Putin und seine Delegation bei ihrem Besuch im Maschinenbauwerk UralVagonZavod, 15.2.2024 (IMAGO / ITAR-TASS / Ramil Sitdikov)

Zu den ständig wiederholten Propagandalügen des russischen Regimes gehört die Behauptung, Russlands Wirtschaft werde von den Sanktionen des Westens kaum berührt. Viele glauben das, weil die vollmundige Ankündigung westlicher Strategen, die Sanktionen würden Russland in kürzester Zeit in die Knie zwingen, nicht eingetroffen ist. Das aber hat einen einfachen Grund: Die Unterstützer der Ukraine waren bei den Sanktionen ebenso inkonsequent und zögerlich wie bei ihren Waffenlieferungen an das überfallene Land. Das hat sich gerächt und die Ukrainer haben dafür einen hohen Preis zahlen müssen – in Menschenleben. 

Von Anfang an musste davon ausgegangen werden, dass Wirtschaftssanktionen einige Zeit brauchen, um voll durchzuschlagen – und dass Russland alles tun würde, um die Sanktionen zu unterlaufen. Und auch nach mittlerweile 20 Sanktionspaketen der EU lassen sich europäische, darunter auch deutsche, Firmen Geschäfte mit Russland nicht entgehen. Darauf reagieren die westlichen Regierungen viel zu langsam und viel zu sanft. Die EU leidet obendrein an ihrem Erbübel der Kleinstaaterei, die es allerlei Riesenstaatsmännern erlaubt, auf Kosten der anderen – vor allem der Ukraine – Weltpolitik zu spielen. Bis heute sind aus falscher Rücksichtnahme auf nationale Egoismen und Gewinninteressen im Westen nicht sämtliche russischen Banken vom SWIFT-Zahlungssystem ausgeschlossen worden.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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