Ausgabe Juli 2026

1776 oder die Vereinigten Staaten als Avantgarde

Von der Gründung zur Zerstörung politischer Selbstregierung

Stephen G. Breyer, Richter am Obersten Gerichtshof, hält einen Druck der US-Verfassung in den Händen, 27.1.2022 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Bild: Stephen G. Breyer, Richter am Obersten Gerichtshof, hält einen Druck der US-Verfassung in den Händen, 27.1.2022 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Vor 250 Jahren wurde die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika verabschiedet. Sie läutete, mehr noch als die Französische Revolution, die Epoche der neuzeitlichen Demokratie ein, die auf individuellen Menschenrechten und politischem Pluralismus beruht. Heute greift die Regierung Trump nicht nur diese Werte fundamental an, sie zerstört auch die dazugehörige institutionelle Ordnung.

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit«, heißt es in der Präambel der am 4. Juli 1776 in Philadelphia beschlossenen Unabhängigkeitserklärung der USA.1

Heute genügt ein Blick auf die Fernsehbilder, die ICE-Beamte bei der Jagd auf hispanisch aussehende Menschen zeigen, um sich klarzumachen, dass dieses Versprechen menschenrechtlicher Gleichheit seit dem Ende der Rassentrennung in den 1960er Jahren nicht mehr so offensichtlich verletzt wurde wie heute.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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Aktuelle Ausgabe Juli 2026

In der Juli-Ausgabe zeigt Jan Niklas Reiche auf, was die demokratischen Parteien bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt noch tun müssen, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Thomas Assheuer seziert die essayistischen Elaborate von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und legt offen, worum es ihm im Kern geht: um deutsche Kunst im Dienst eines dezidiert antiliberalen Christentums. Klaus Lederer beschreibt, wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen und die von ihnen erkämpften Rechte mobil macht. Jan Schlemermeyer plädiert für eine antifaschistische Sicherheitspolitik, die Demokratie als Kernanliegen begreift. Winfried Thaa erinnert an das Gründungsereignis der neuzeitlichen Demokratie – die Amerikanische Revolution und Verfassungsgebung vor 250 Jahren –, die heute durch Donald Trump ausgerechnet am Ort ihrer Entstehung zerstört zu werden droht. Stefan Messingschlager erläutert, was die bilaterale Stabilisierung zwischen Trump und Xi Jinping für Europa bedeutet. Paul Starzmann ergründet, wie weit Wladimir Putins Einfluss in Afrika tatsächlich reicht. Und Friederike Otto erklärt mit Jürgen Habermas, warum die Demokratie zur Bekämpfung der Klimakrise unabdingbar ist. 

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