Bild: Drohnen in Saporischschja im Osten der Ukraine. Wie weit die Automatisierung der Kriegsführung bereits fortgeschritten ist, zeigt der Ukrainekrieg, in dem unbemannte und zunehmend automatisierte Systeme längst zu einem zentralen Bestandteil der Kriegsführung geworden sind, 21.9.2026 (IMAGO / ITAR-TASS)
Künstliche Intelligenz ist zunehmend Teil der Kriegsführung, Entscheidungen über die Zielauswahl werden an die Technik ausgelagert. Die damit einhergehenden ethischen und völkerrechtlichen Fragen werden aber kaum diskutiert. Eine internationale KI-Rüstungskontrolle ist schwierig, aber möglich – und notwendig.
Torsten Reil, Gründer und CEO des europaweit führenden deutschen Drohnen-Start-ups Helsing, brachte Ende August in einem Podcast sein Erstaunen über Journalisten zum Ausdruck. Während Reil früher noch häufig Fragen zu Killerrobotern, roten Linien und Autonomie habe beantworten müssen, käme das heute praktisch nicht mehr vor. Warum die Journalisten nicht mehr fragten, wisse er auch nicht genau.1 Früher musste man den Verantwortlichen Informationen zu Rüstungsfragen und heiklen geopolitischen Entwicklungen häufig mühsam entlocken. Heute sitzen Rüstungsakteure in Podcasts und erzählen bereitwillig und ausgiebig über die beängstigende neue Welt des automatisierten Krieges – wenn man denn zuhören will.
Nach den Anschlägen des 11. September 2001 begannen die USA als erster Staat, unbemannte Drohnen mit Luft-Boden-Raketen zu bestücken, um sie in ihrem »War on Terror« zu verwenden. Zwar kamen schon seit dem Vietnamkrieg unbemannte Systeme zum Einsatz, diese dienten jedoch primär zur Aufklärung und waren noch nicht mit Waffen ausgestattet.