Bild: Abdul El-Sayed ist Kandidat für den US-Senat im Bundesstaat Michigan und eine der großen Hoffnungen der amerikanischen Linken, 19.7.2026 (IMAGO / ZUMA Press Wire)
Ein »goldenes Zeitalter« hatte Donald Trump den Amerikanern im Wahlkampf 2024 versprochen. Nach dem Motto »promises made, promises kept« behauptet er vor den Midterm-Wahlen am 3. November ständig, dass die goldenen Zeiten seit seinem zweiten Amtsantritt eingetreten seien. Doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten durch seine umstrittene Zollpolitik und einen weithin abgelehnten Irankrieg verfängt die für ihn typische Realitätsverweigerung nicht mehr. Auch die so bewährte Strategie des »flooding the zone with shit« hat lediglich die Epstein-Affäre etwas aus den Schlagzeilen verdrängt. Alle Umfragen verweisen auf die buyer’s remorse (Kaufreue) genannte Ernüchterung über Trumps Politik.
Optimisten bei den – ebenfalls unbeliebten – Demokraten sprechen daher hoffnungsvoll von einer möglichen demokratischen »blauen Welle«: Nicht nur das US-Repräsentantenhaus, sondern auch der US-Senat könnten an die Partei fallen sowie die Mehrheit der vielen hundert zur Wahl stehenden Ämter in den Bundesstaaten – wichtig für zukünftige machtstrukturelle Weichenstellungen, insbesondere bei Wahlkreiszuschnitten.
Gewöhnlich bekommt die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen in der Tat einen Dämpfer. Dazu passten die Zahlen im Herbst 2026: Beim generic ballot, also dem wahlkreisunabhängigen Vergleich, liegen die Demokraten recht konstant fast zweistellig vorn.