Der nachstehende Beitrag befaßt sich mit der Diskrepanz zwischen dem universalen Anspruch der westlichen Lebensweise und dem beschränkten "Möglichkeitsraum" seiner Verwirklichung. Indem Altvater von einer Kritik "kommunitaristischer" Ansätze ausgeht, verknüpft er zwei Stränge der "Blätter"-Debatten der letzten Monate: Die Auseinandersetzung dreht sich um die Rolle des Nordens/Westens bei der Verursachung - und bei einer Bewältigung der globalen Problemlagen. Sich hier schlichtweg auskoppeln und in "Gemeinschaften" der Privilegierten verschanzen zu wollen, wirft Altvater Vertretern des Communitarianism vor. Seine Kritik korrespondiert hier mit Analysen, die eine Auskoppelung der "Zweidrittelwelt" des Südens und des Ostens aus einem zunehmend sich selbst genügenden Metropolen-Weltmarkt verzeichnen. Die Kritik an einer "neuen Kaste von Nimbys" (die nach dem Motto "Not In My Backyard" ihre "Gemeinschaft" sauber hält, indem sie anderen ihren Dreck vor die Tür kehrt), leugnet nicht die Notwendigkeit, überschaubare und demokratisch "handhabbare" Politikräume zu identifizieren, wie sie etwa Christoph Müller im "kommunalsozialistischen" Ansatz findet, der ganz konkret von der Gemeindeebene ausgehend auf- und umbaut. Vgl.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.