Ausgabe August 1993

Transport im Treibhaus

Verkehrszwänge, Klimaprobleme und Strukturwandel

Eine Begrenzung der ökologischen Risiken der Industriegesellschaft, dies macht das allumfassende "Klimaproblem" deutlich, erfordert eine grundlegende Umsteuerung in wichtigen Kernsektoren ihrer ökonomischen, stofflich- technischen und räumlichen Entwicklung. Auch der Verkehrssektor unterliegt diesem Imperativ, ebenso wie Energiewirtschaft, Landbau, Produzierendes Gewerbe etc. Der Verkehr gibt gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, daß einer solchen Umsteuerung vielfältige Grenzen gesetzt sind: Die raumbezogene Politik hat in großem Umfang mit Komplexität und Dauerhaftigkeit vorhandener Strukturen zu tun, sie zeigt aber auch ein beachtliches Maß an Problemverdrängung, das die Mitverantwortung der Politik an der Krise belegt. Die Anforderungen einer Trendumkehr werden die bisher diskutierten Anpassungen erheblich übersteigen. Auf welche Umsetzungsbedingungen eine "Verkehrswende" trifft und wie sie aus ökologischer und sozialer Perspektive gestaltet sein könnte, soll im folgenden skizziert werden 1).

Eine Realisierung dieser Absichten erfordert nicht nur politische Entscheidungen im engeren Sinne, sondern veränderte Dispositonen von Nachfragern und Anbietern (Unternehmen der Verkehrswirtschaft), die hier ebenfalls diskutiert werden 2).

August 1993

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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