Ausgabe August 1993

Transport im Treibhaus

Verkehrszwänge, Klimaprobleme und Strukturwandel

Eine Begrenzung der ökologischen Risiken der Industriegesellschaft, dies macht das allumfassende "Klimaproblem" deutlich, erfordert eine grundlegende Umsteuerung in wichtigen Kernsektoren ihrer ökonomischen, stofflich- technischen und räumlichen Entwicklung. Auch der Verkehrssektor unterliegt diesem Imperativ, ebenso wie Energiewirtschaft, Landbau, Produzierendes Gewerbe etc. Der Verkehr gibt gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, daß einer solchen Umsteuerung vielfältige Grenzen gesetzt sind: Die raumbezogene Politik hat in großem Umfang mit Komplexität und Dauerhaftigkeit vorhandener Strukturen zu tun, sie zeigt aber auch ein beachtliches Maß an Problemverdrängung, das die Mitverantwortung der Politik an der Krise belegt. Die Anforderungen einer Trendumkehr werden die bisher diskutierten Anpassungen erheblich übersteigen. Auf welche Umsetzungsbedingungen eine "Verkehrswende" trifft und wie sie aus ökologischer und sozialer Perspektive gestaltet sein könnte, soll im folgenden skizziert werden 1).

Eine Realisierung dieser Absichten erfordert nicht nur politische Entscheidungen im engeren Sinne, sondern veränderte Dispositonen von Nachfragern und Anbietern (Unternehmen der Verkehrswirtschaft), die hier ebenfalls diskutiert werden 2).

August 1993

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.