Ausgabe Juni 1994

Solidarität am Standort Deutschland

Eine Erklärung von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern

Auf Initiative des Frankfurter Oswald von Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik haben über 120 Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, die in Opposition zu den diversen "Standortpapieren" von Bundesregierung und Arbeitgeberverbänden zu einem "neuen Gesellschaftsvertrag zwischen allen Bundesbürgern und -bürgerinnen" aufruft. Ziel ist, gegen "die gesellschaftliche Spaltung gemeinsam und nach persönlichem Leistungsvermögen" anzugehen. Gewöhnung an "die verfestigte Massenarbeitslosigkeit und die ihr folgende gesellschaftliche Spaltung" gefährden die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik im Kern; sie müßten deshalb - zumal in einem "Superwahljahr" mit über sechs Millionen Arbeitslosen - endlich "als DAS Thema bundesdeutscher Wirtschafts- und Sozialpolitik" angegangen werden. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören neben den "Blätter"-Herausgebern Rudolf Hickel und Jörg Huffschmid u.a. Elmar Altvater, Martin Baethge, Ulrich Beck, Elisabeth Beck-Gernsheim, Erhard Denninger, Iring Fetscher, Ute Gerhard, Friedhelm Hengsbach SJ, Axel Honneth, Ernst-Ulrich Huster, Martin Jänicke, Hans Joas, Horst Kern, Arno Klönne, Ingrid KurzScherf, M.

Juni 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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