Ausgabe Dezember 1994

Crime does pay

Zwei professionelle Killer verrichten ihr Handwerk mit Humor und flotten (Bibel)Sprüchen; ein Boxer ist mit Geld und Freundin auf der Flucht, weil er einen Deal nicht eingehalten und seinen Gegner besiegt und getötet hat; ein dicker schwarzer Gangster streitet sich mit seiner Geliebten; schließlich - damit beginnt und endet der Film - versuchen zwei junge Amateure in Bonnie-undClyde-Manier einen Überfall auf ein Restaurant. Alle diese Geschichten sind durcheinandergemischt, aber es lohnt kaum die Mühe, sie zu verfolgen, sie sind banal und bekannt, aus dem Kino, aber immer öfter auch aus dem Leben, wie wirs vom Fernsehen kennen. In Quentin Tarantinos Film Pulp Fiction (goldene Palme in Cannes) wird die Blut- und Eingeweide-Realistik konsequent auf ihre Slapstick-Elemente reduziert.

Verbrecherstories sollen statt Betroffenheit laute Lacher auslösen, Reizreaktionen auf einen Unterhaltungsterror einüben, in dem moralisches Engagement und geile Kommerzialität eins geworden sind.

Dezember 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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