Ausgabe Juni 1996

Multimedia: Fakten, Trends, Märkte

Mit Multimedia verhält es sich wie mit den meisten anderen Modewörtern der Technikberichterstattung auch: Obgleich noch kaum einer so recht weiß, was das eigentlich ist (oder sein könnte), die kursierenden Begriffsbestimmungen beliebig, die Anwendungen unklar und schnell aus der Tasche gezogene Marktprognosen meist unbelegt und voller Widersprüche sind, werden zunächst große Erwartungen geweckt, schillernde Zukunftsvisionen entwickelt und schon kurzfristig ganz außerordentliche Wachstumsraten mit Millionen von neuentstehenden Arbeitsplätzen versprochen. Nach einer Welle der Euphorie hält dann ebenso regelmäßig mit der Ernüchterung das eigentlich Naheliegende Einzug: Der Aufstieg zu neuen technischen Realitäten erweist sich immer wieder als lang und mühsam, dabei voll von nicht vorhergesehenen Verzweigungen, Sackgassen und z.T. hochgefährlichen Irrwegen.

Juni 1996

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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