Ausgabe März 2000

Integration und Expansion

Zur Erweiterung der Interessensphäre Europas

Die Expansion des politischen und wirtschaftlichen Einflußbereichs der Europäischen Union folgt dem Muster konzentrischer Kreise mit einer reichen Kernzone in ihrer Mitte. Die Kernzone ist an der Entwicklung der Peripherie interessiert. Denn die äußeren Regionen haben die Aufgabe, die prosperierende Kernzone der Europäischen Union von externen Störungen abschirmen. Je umfassender die integrierte reiche Kernzone, desto ausgedehnter die europäische Interessensphäre. Also liegt in der Integration der Europäischen Union ein wichtiger Grund für die Expansion der Interessensphäre Europas. Mit der folgenden Überlegung will ich zeigen, daß man - gestützt auf dieses Muster - die Wechselwirkung zwischen EU-Integration und der Expansion des wirtschaftlichen und politischen Einflußbereichs der Europäischen Union verstehen und zu Ergebnissen mit prognostischem Wert kommen kann. Wie wird das Muster territorial ungleich verteilten Wohlstands in Europa und um Europa herum mittelfristig aussehen?

Im Zentrum befindet sich ein politisch stabiler Bereich materiellen Wohlstands, der mit zunehmender Entfernung vom Zentrum abnimmt. Zwischen den einzelnen Zonen unterschiedlichen Wohlstands existieren Grenzen mit unterschiedlicher Durchlässigkeit. Der Wohlstand nimmt von innen nach außen ab, die Durchlässigkeit der Grenzen von außen nach innen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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