Ausgabe August 2000

Die Grünen und ihr verkehrspolitisches Godesberg

Im innerparteilichen Diskurs von Bündnis 90/Die Grünen gehört die Verkehrspolitik nicht zu den hochrangigen Themen. Keine Spitzenkraft aus der ersten Reihe hat sich dieses Thema je zu eigen gemacht. Eher selten erreichen verkehrspolitische Konflikte mediale Resonanz, wie etwa der 5-Mark-Beschluss von Magdeburg 1998 oder jüngst die Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen in NRW, bei denen der Straßenbau vermeintlich zum Knackpunkt geriet. Sollten die Landesgrünen dort mit ihrem Ja zum Infrastrukturausbau eine Verkehrswende in eigener Sache vollzogen haben, kann man dies noch mit Koalitionsraison und insofern traditionellem Denken der SPD erklären. Das just zur gleichen Zeit publizierte Thesenpapier "Auto-Fahren mit Sonne und Wasser" der Bundestagsabgeordneten Schlauch, Hustedt und Schmidt ist dagegen ein grünes Eigengewächs. 1)

Es wird vielleicht einmal ein Lehrbeispiel dafür sein, wie man politischen Wandel nicht kommunizieren sollte. Die Autoren fordern einen nüchternen Blick auf das Auto als Verkehrsmittel sowie die Entwicklung von Solar-Wasserstoff als alternative Antriebstechnologie für einen nachhaltigen Fahrzeugverkehr im 21. Jahrhundert. Dazu werden erhebliche Aktivitäten von Staat und Fahrzeugindustrie zur Durchsetzung der neuen Technologien und Infrastrukturen erwartet.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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