Ausgabe März 2001

Angst vor dem Autovolk ?

Zu den Problemen einer Verkehrswende in Deutschland

Anzeichen einer Verkehrswende muß man derzeit in Deutschland lange suchen. In den 80er Jahren wurde sehr viel engagierter versucht, an den "eingefahrenen" Strukturen etwas zu ändern, durch Modellvorhaben, Pilotprojekte, durch Verkehrsberuhigung, Fahrradförderung sowie Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Heute versteht ein Bundeskanzler unter Verkehrspolitik offenbar vor allem die rituellen Besuche von Automessen sowie die Einberufung von "Autogipfeln" und kokettiert damit, "Kanzler aller Autos" genannt zu werden. Und Rezzo Schlauch, Fraktionschef des Koalitionspartners, hält es für ein besonders dringendes grünes Anliegen, ein klares Bekenntnis zum "Spaß am Auto" abzugeben. Sind wir wieder in den 60er Jahren angelangt, der Zeit naiver Autogläubigkeit und massiver Autoförderung? Heiner Monheim hat seit mehr als 30 Jahren Erfahrungen in Verkehrspolitik, -planung und -forschung gesammelt: 1966-71 als Student, Bürgerinitiativler und freiberuflicher Mitarbeiter der Stadt München bei der Verkehrsplanung (u.a. Vorbereitung zur Olympiade, Diskussion um Straßenbahnnetz, Ausbau von U- und S-Bahn), später als Mitarbeiter im Bundesbauministerium und dessen Forschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (u.a. Koordination von Modellvorhaben zum Stadtverkehr).

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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