Ausgabe Juni 2001

Armut und Reichtum aus Regierungssicht

"Nicht nur Armut, sondern auch Reichtum muß ein Thema der politischen Debatte sein." Bereits vier Jahre nach dem Gemeinsamen Wort der Kirchen 1), in dem gefordert wurde, einen regelmäßigen Armuts- und Reichtumsbericht vorzulegen, hat die Bundesregierung die Öffentlichkeit über "Lebenslagen in Deutschland" informiert. Betreibt sie dabei zu sehr Werbung in eigener Sache? Die Berichterstattung der Medien war informativ, aber selektiv und nach ein paar Tagen erschöpft. Im Brennpunkt stand offenkundig das hohe Armutsrisiko der Haushalte mit Kindern. Kommentare aus dem Umfeld der Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Gewerkschaften würdigten das veröffentlichte Material und fanden die Ergebnisse alarmierend, kritisierten jedoch, daß der Armutsbegriff vage und irreführend, verdeckte Armut nicht berücksichtigt sowie höhere Einkommen und Vermögen nur mangelhaft erfaßt seien. Die Offenlegung der tatsächlichen Verhältnisse hätte den unterschwelligen Faulenzer-Vorwurf des Bundeskanzlers widerlegt.

Welche politischen Folgerungen die Regierung nun ziehen wolle, bliebe leider im Dunkeln.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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