Ausgabe August 2001

Reformbedarf im Bundesstaat

Plädoyer für den kooperativen Föderalismus

Passiert in den Sommerferien nichts Unvorhergesehenes mehr, dann können die Sozialdemokraten unbeschwert den Urlaub genießen. Noch vor der Sommerpause wurden einige umstrittene Projekte abgehakt Betriebsverfassungsgesetz, Kindergeld und nicht zuletzt der Länderfinanzausgleich. Kurz vor Ablauf der selbstgesetzten Frist zur Vereinbarung eines neuen Länderfinanzausgleichs haben sich die Ministerpräsidenten auf einer Sonderkonferenz am 21./22. Juni 2001 untereinander und schließlich auch mit dem Bundeskanzler und seinem Finanzminister auf ein neues Modell geeinigt. Notwendig geworden war die Neuverhandlung des Länderfinanzausgleichs durch die Klage der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen vor dem Bundesverfassungsgericht. Die drei Länder (Hessen damals noch unter Hans Eichel) wollten damit gegen die zu starke Nivellierung der Finanzkraft durch das Finanzausgleichssystem, die unverhältnismäßige Anhebung der Finanzkraft "armer" Länder und die aus ihrer Sicht zu üppigen Bundesergänzungszuweisungen vorgehen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte daraufhin entschieden, dass bis zum 31. Dezember 2002 "Maßstäbe" zur Neuordnung des Finanzausgleichs zu definieren seien, auf deren Grundlage ein neues Finanzausgleichsgesetz (FAG) basieren soll. Dieses Gesetz sollte zum 1. Januar 2005 in Kraft treten, da das bestehende FAG am 31.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Indonesien: Die Wut der Gen Z und ihr Kampf gegen die Eliten

von Markus Berg

Seit zwei Jahren ist Indonesiens Präsident Prabowo Subianto nun im Amt – der konservative Ex-General folgte im Oktober 2024 auf den beliebten einstigen Reformer Joko Widodo, kurz: Jokowi, der das Land zehn Jahre lang regiert hatte.

Führungsfetisch statt Bürgernähe

von Markus Linden

Der rasende Autoritäts- und Machtverlust, den die Union und der Bundeskanzler binnen nicht einmal zwei Jahren an der Regierung erlitten haben, erklärt sich nicht zuletzt durch Friedrich Merz’ Führungsstil. Merz setzt ganz auf cäsaristische Anweisung von oben.