Ausgabe März 2002

Amerika im Rüstungsrausch

Kurz nach Bushs Kampfansage an die „Achse des Bösen“ sind in Washington in einer Nacht zwei Obdachlose auf der Straße erfroren. Das wurde in den örtlichen Medien gemeldet, aber sonst? Der jüngste Haushaltsentwurf des amerikanischen Präsidenten schiebt die sozialen Probleme zur Seite. Ist doch Krieg! Politiker können das gar nicht oft genug sagen, damit das Volk es auch kapiert. Das versteht sich nicht von selbst, denn in Afghanistan hat man doch zu Null gewonnen, und der 11. 9. versinkt allmählich im Nebel der Vergangenheit. Die Angehörigen der World Trade Center-Opfer gelten wegen ihrer Entschädigungsforderungen nicht mehr nur als Leidtragende, sondern auch als Goldgräber. (Schon beklagen sich Angehörige der Opfer von Oklahoma City.) Und sonst merken die meisten Amerikaner nichts vom „Krieg”, abgesehen von der neuen Arroganz und dem Sendungsbewusstsein der Polizisten und Uniformierten, die im Namen der „Inneren Sicherheit“ Straßen sperren, Körper abtasten und Vorschriften machen.

Aber ’s ist Krieg! Sagt der Präsident, die demokratischen Politiker, sich verantwortungbewusst gebende Repräsentanten der schreibenden und moderierenden Zunft, und die Denker der Think Tanks. Krieg, das heißt zuerst einmal: Geld, Money, Dollars.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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