Ausgabe März 2002

Amerika im Rüstungsrausch

Kurz nach Bushs Kampfansage an die „Achse des Bösen“ sind in Washington in einer Nacht zwei Obdachlose auf der Straße erfroren. Das wurde in den örtlichen Medien gemeldet, aber sonst? Der jüngste Haushaltsentwurf des amerikanischen Präsidenten schiebt die sozialen Probleme zur Seite. Ist doch Krieg! Politiker können das gar nicht oft genug sagen, damit das Volk es auch kapiert. Das versteht sich nicht von selbst, denn in Afghanistan hat man doch zu Null gewonnen, und der 11. 9. versinkt allmählich im Nebel der Vergangenheit. Die Angehörigen der World Trade Center-Opfer gelten wegen ihrer Entschädigungsforderungen nicht mehr nur als Leidtragende, sondern auch als Goldgräber. (Schon beklagen sich Angehörige der Opfer von Oklahoma City.) Und sonst merken die meisten Amerikaner nichts vom „Krieg”, abgesehen von der neuen Arroganz und dem Sendungsbewusstsein der Polizisten und Uniformierten, die im Namen der „Inneren Sicherheit“ Straßen sperren, Körper abtasten und Vorschriften machen.

Aber ’s ist Krieg! Sagt der Präsident, die demokratischen Politiker, sich verantwortungbewusst gebende Repräsentanten der schreibenden und moderierenden Zunft, und die Denker der Think Tanks. Krieg, das heißt zuerst einmal: Geld, Money, Dollars.

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