Ausgabe Mai 2002

Flucht nach vorn?

Gewerkschaften unter dem Druck des sozialen Wandels

Die bundesdeutschen Gewerkschaften stehen im Wahljahr 2002 vor wichtigen Weichenstellungen. An der Gewerkschaftsbasis in den Unternehmen rumort es - die Personalrätekonferenz des DGB forderte bereits Ende letzten Jahres ihren Dachverband und die Fachgewerkschaften auf, nie wieder eine Wahlempfehlung für eine Regierung abzugeben. Die Gewerkschafter stellen sich in diesem Jahr auf harte Auseinandersetzungen ein. Tarifvereinbarungen, etwa in der Metall- und Elektroindustrie oder im Öffentlichen Dienst mit Signalwirkung für die übrigen Branchen, laufen aus. Die IG Metall fordert Lohnerhöhungen von 6,5%, um die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre zu kompensieren. Die Warnstreiks in der Metallbranche könnten einen "heißen Herbst " einläuten. Die Gewerkschaftsführung, eingebunden in das bisher erfolglos agierende "Bündnis für Arbeit", sieht sich gegenüber der SPD-Führung dennoch in der Pflicht - zumindest IGM-Chef Klaus Zwickel hat entgegen dem Wunsch der Basis eine Wahlempfehlung ausgesprochen. Wolfgang Schroeder, Referent in der Abteilung Tarifpolitik der IG Metall, analysiert die internen und externen Anforderungen, denen sich die Gewerkschaften ausgesetzt sehen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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